Let the sunshine in!

Die Wiederentdeckung des Tageslichts – mit ECLAZ

Die Fenster- bzw. Fassadentrends der vergangenen Jahre zeigen den Wunsch nach einem Mehr an Fenster, Durchsicht, Transparenz und damit nach mehr Tageslicht. Wie die Wärmeschutzverglasung ECLAZ diesem Trend Rechnung trägt, erläutert Andreas Bittis.


© SAINT-GOBAIN GLASS Deutschland

Die Sonne – unser Lebenselixier. So schön sie ist, so sehr wollen und müssen wir uns auch vor ihr schützen. Baumeister und Ingenieure haben über alle Jahrhunderte und alle Klimazonen hinweg fantastische Ideen entwickelt – und gebaut! –. um diesen Spagat zu bewerkstelligen. Erst mit der Erfindung des Fensterglases kommt zur Versorgung des Rauminneren mit Tageslicht eine zweite Komponente hinzu: die Transparenz. Das Tageslicht wird somit zur Erleuchtung und zum Erwärmen, aber auch zur Kommunikation zwischen Innen und Außen genutzt. Dies bietet in dieser Form und Brillanz kein zweiter Baustoff – bis heute. Anders gesagt: Glas ist echt geil!

Nicht, dass wir uns missverstehen: Dies ist KEIN architekturtheoretischer Beitrag im Feuilleton Ihrer Tageszeitung, sondern vielmehr der Versuch, „altes Wissen“ wiederzuentdecken und für uns heute wieder nutzbar zu machen. Oder haben Sie schon einmal einen g-Wert gesehen? Die Diskussion der letzten zwanzig Jahre zum Thema Energieeffizienz und der angeblich einhergehenden Kostenersparnis für den Endkunden ist jedenfalls erlahmt – wie auch die Werbung mit technischen Werten für deutsche Automobile. Das heißt nicht, dass wir keine technischen Werte mehr brauchen. Sie sind einfach nur selbstverständlich mitzuliefern.

Low-E-Beschichtungen ECLAZ und ECLAZ ONE

Mit ECLAZ präsentiert Saint-Gobain nun also eine Wärmeschutzglasreihe der Premiumklasse – bestehend aus den beiden Low-E-Beschichtungen ECLAZ und ECLAZ ONE. Dank einer einzigartigen Beschichtungs- und Laserbearbeitungstechnologie verbinden diese Gläser exzellente Isoliereigenschaften mit einer äußerst hohen Lichttransmission. So wird z. B. bei einem Isolierglasaufbau 4: | 18 | 4 | 18 |:4 mm eine Lichttransmission von 77 % bei einem g-Wert von 60 % und einem Ug-Wert von 0,5 W/m2K erreicht. Auf die Spitze getrieben bedeutet dies neben einer bis zu 11 % höheren Lichttransmission, auch eine bis zu 35 % niedrigere Reflexion außen – was die Gefahr des Vogelschlags signifikant reduziert – sowie einen bis zu 15 % höheren g-Wert (solare Energiegewinne) bei vergleichbaren Glasaufbauten. Gleichzeitig reicht beispielsweise die hochwärmedämmende Dreifachverglasung CLIMATOP ECLAZ an die Lichttransmissionswerte der „alten“ Zweifachverglasung CLIMAPLUS XN heran. Mit dieser Kombination der Vorteile von Zwei- und Dreifachverglasung in einer Schicht ist Saint-Gobain ein großer technischer Durchbruch gelungen.

Das ist die gewohnte Beschreibung unseres Produktes mit seinen lichttechnischen wie energetischen Werten. Soweit so gut – aber auch nicht wirklich anschaulich. In dieser nüchternen Aufzählung ist allerdings jedoch immer der Preis der letzte „technische“ Wert. Die Kosten-Nutzen-Rechnung geht aber nicht wirklich auf: Ja, durch eine Isolierverglasung wird „die Hütte dicht“ – es zieht nicht mehr. Und die Wärme bleibt (Sommer wie Winter) auch drin. Doch hat sich die Energieeinsparung nicht notwendigerweise und definitiv auch nicht nachhaltig auf den Geldbeutel der Endkunden und Nutzer ausgewirkt. Die Heizkosten sind in den letzten Jahren stabil geblieben, wenn nicht sogar teurer geworden – trotz UND gerade wegen der effizienteren Dämmung! Insofern ist jedes „Fenster“ ja gleich bzw. vermittelt sich der Preisunterschied wohl eher über die Farbe und das Material des Rahmens als über den g-Wert. Was also tun?

Mehr Tageslicht, mehr Komfort

Schaut man aber auf die großen Fenster- bzw. Fassadentrends der vergangenen Jahre so scheint es Architekten wie Endkunden gleichermaßen um ein MEHR an Fenster, Durchsicht, Transparenz und mit all dem eben um ein MEHR an Tageslicht zu gehen: Die Zunahme großflächiger Terrassenverglasungen oder übergroßer Gläser im Nichtwohnbau sind nachweisbare Bauzeugen dieses Trends. Das sollte uns Ansporn sein, über das Tageslicht und seinen Nutzen bzw. seine Nutzung nachzudenken. Mit Programmen wie dem Velux Daylight Visualizer lässt sich auf einfache Art und Weise zeigen, welche Auswirkung das Tageslicht auf einen Raum hat bzw. diesen überhaupt erst kreiert. Sie können es selber „analog“ ausprobieren: Treten Sie nachts vor die stockfinstere „Wand“, schalten Sie dann das Licht an und wundern Sie sich, in welch erleuchtetem „Raum“ Sie urplötzlich stehen. Wenn Sie sich jetzt noch vorstellen, wie dieser Raum durch einen einfachen Farbanstrich seine Erscheinung ändert – dunkle Farben werden den Raum eher einengen, während helle Farben den Raum größer erscheinen lassen – versteht man den Einfluss von Licht und ganz besonders den von Tageslicht.

Die Berechnungen mit dem Daylight Visualizer für übliche Dreifachverglasungen mit PLANITHERM XN bzw. ECLAZ zeigen diesen Einfluss besonders anschaulich. Selbst bei einer Nordausrichtung (siehe Grafiken) tritt das Tageslicht in der Variante mit ECLAZ gut 10 cm tiefer in den Raum ein. Das mag auf den ersten Blick nicht wichtig erscheinen. In einem Neubauvorhaben kann das aber entscheidend für die Anzahl und Auswahl der künstlichen Beleuchtung sein. Die DIN EN 12464/1 2011 schreibt so z. B. für Empfangs-, Übungs- und Umkleideräume sowie Spielzimmer und Unterrichtsräume etc. eine Beleuchtung von 300 Lux verbindlich vor. Mit ECLAZ ist dies selbst bei „aussichtslosen“ Nordräumen ohne Aufwand mit natürlichem Tageslicht zu realisieren. Und so wird dann „ganz einfach“ die Aufenthaltsqualität im Raum erhöht … z. B. länger ohne künstliche Beleuchtung lesen … oder überhaupt am Schreibtisch arbeiten … mit all der behaglichen Geborgenheit, die das wärmende Tageslicht mit sich bringt.

In Glas steckt mehr als nur der g-Wert

Diese  Wiederentdeckung des Tageslichtes bringt aber noch einen weiteren Vorteil mit sich: Mit ECLAZ werden die Blauanteile des Lichtspektrums verstärkt durch das Glas hindurchgelassen und wirken somit aktivierend und konzentrationsfördernd auf den Menschen und seinen Biorhythmus. Der Nobelpreis für Medizin ist in diesem Jahr übrigens an eben jene drei amerikanischen Forscher gegangen, die sich über Jahrzehnte mit dem Tageslicht und seinen Auswirkungen auf den Menschen auseinander gesetzt haben. Das ist also kein Hokuspokus. Ob die alten Baumeister das alles gewusst haben? Sie hätten aber alle erdenklichen Argumente genutzt, um die Schönheit des Glases und den Nutzen den es für die Architektur und ihre Nutzer und Bewohner bringt, eben jenen nahezubringen. Es steckt mehr im Glas als nur der g-Wert! In diesem Sinne: Let the sunshine in!