Mut zur Farbe!

Farbige Gläser setzen anregende Akzente

Farbiges Glas ist ein ideales Material für nahezu alle Einsatzbereiche im Innenraum, von Wohnzimmer über Arbeits- und Schlafzimmer bis zu Küche oder Bad. Wer hier wagt, hat einen Zugewinn an Funktionalität, Funktion und Lebensfreude.

Flur mit rot emaillierten Glaswänden
Emailliertes Glas in leuchtendem Rot im Dom Aquaree.
© Dom Aquaree

Farben haben die Phantasie schon immer beflügelt. Sie transportieren Emotionen, schaffen Sicherheit und geben Richtungen vor. Durch die Verbindung mit Farbe erhält der Werkstoff Glas zusätzliche Dimensionen, die die Einsatzmöglichkeiten erweitern, indem sie mit den Aspekten Transluzenz, Dekor und Undurchsichtigkeit spielen. Die Kombination aus Funktionalität, Ästhetik und Wirkung macht farbiges Glas zu einem idealen Material für nahezu alle Einsatzbereiche im Innenraum, von Wohnzimmer über Arbeits- und Schlafzimmer bis zu Küche oder Bad.

Wie Farben in Räumen wirken, ist von mehreren Faktoren abhängig. Beim Auftrag von Farbe auf Dekorgläser beispielsweise ergibt das Zusammenspiel von Farbe und Struktur eine einzigartige Tiefenwirkung. Zudem lassen sich Muster und Motive mit Sieb- und Digitaldruck auf einem Email-Hintergrund anderer Farbe aufbringen. Eine ausdrucksvolle Ästhetik wird auch durch verspiegelte, metallisch glänzende oder steinähnliche Oberflächen erzielt. Allerdings entfaltet eine Farbe niemals allein ihre volle Geltungskraft. Sie steht immer im Kontext anderer Farben und Materialien – sowohl neuer als auch bereits vorhandener. Im letzten Jahr war zum Beispiel eine Verschiebung in der Skala der Dunkeltöne zu spüren. Die Farbexpertin, Designerin und Dozentin Dr. Hildegard Kalthegener sieht einen Bedeutungsverlust des von der so „McDonaldisierung“ angestaubten Kaffeebrauns. Diesen Raum füllen andere Farben auf, die wiederum neue, ungewohnte Kombinationen erlauben.

Farbe für die Tiefe des Raumes

Die Designerin schaut vor allem danach, welche Farbnuancen weiterführend sind. Da das schon jetzt häufig eingesetzte Blau eine kühle Farbe ist, kann sie gut mit warmen Holztönen kombiniert werden. „Warme Holztöne sind in der Möbelwelt immer wichtig und bleiben es auch. Doch in den letzten Jahren wurden mit der Kaffee-Welle alle möglichen Brauntöne von Cappuccino bis Latte Macchiato und damit sämtliche Farben zwischen Schoko und Kaffee durchdekliniert.“ Hier sei eine deutliche Verlagerung zu erwarten, so Kalthegener. Um Räumen Tiefe und Möbeln Ausdruck zu verleihen, werde das bislang so dominierende warme Braun daher allmählich von dunklen, kühleren Blautönen und Dunkelgrau abgelöst.

Generell braucht ein farblich stimmiges Ambiente eine ausgeglichene Balance zwischen bunt und unbunt, warm und kalt, neutralen Nuancen und Akzentfarben. „Zu den weiterhin gerne großflächig verwendeten Dunkelfarben braucht es auch leuchtende Kontraste“, erläutert Designerin Kalthegener. „Die gelbgrünen Farben wie Limette und Lemongrass, die auch oft mit Tönen des Rot-Spektrums wie Fuchsia kombiniert wurden, haben wir schon seit zehn Jahren in unseren Wohnungen. Diese Töne und Farbkombinationen bewegen sich daher derzeit in Richtung Gelb, das einen perfekten Kontrast zu Dunkelgrau darstellt.“

Farbklänge

Als Farbklang empfiehlt die Farbexpertin eine Kombination von einem dunklen Farbton (Dunkelblau, Dunkelgrau, Dunkelgrün) mit einem oder zwei Kontrastfarben des aktuellen Gelb- und Blauspektrums oder aber eine Kombination mit den Kontrastfarben Sandgelb und Wassermelone. Wichtig dabei, betont Kalthegener, sei nicht so sehr die Frage, welche Farbe die dominierende sei. Alle haben ihre Berechtigung und ihre Zeit. Entscheidend sei vielmehr die Überlegung, welche Farbnuancen auch längerfristig zum Wohnen passen, und vor allem, zu welcher Umgebung, zu welchem Interieur und für welche Zielgruppe. „Für die Hersteller ist die Farbwahl bei jeder Produktgruppe von Bedeutung. Nur die mutigsten Marken werden sich bei der Entwicklung eines neuen Sofas für eine farbintensive Akzentfarbe entscheiden.“

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