Gussglas LISTRAL in der Fassade des Futuriums

Changierendes Zusammenspiel von Gussglas und Metall

Die Aufsehen erregende Fassade des „Futurium – Haus der Zukunft“ in Berlin besteht aus einigen Tausend, rautenförmig angeordneten Kassettenelementen mit Metallreflektoren und keramisch bedrucktem Gussglas. Das Umgebungslicht erzeugt in ihnen ein changierendes Erscheinungsbild.

Das Futurium in Berlin

© Arup/Rossmann

Berlin-Mitte hat einen neuen Hotspot: Das Futurium, gebaut nach Plänen von Richter Musikowski Architekten. Das Gebäude ist weder Entertainmentcenter für gestrandete Bahnkunden noch reines Museum – vielmehr will das Bundesforschungsministerium hier Ideen für die Zukunft präsentieren und mit der Öffentlichkeit diskutieren. Eine Bühne soll es sein, Labor und Forum zugleich. Neben Ausstellungen über künstliche Intelligenz, selbstfahrende Autos oder Virtual Reality darf man auf den 3.000 Quadratmetern im Haus auch Kongresse und andere Veranstaltungen von zum Beispiel Fraunhofer, Helmholtz, Max-Planck und Co. erwarten. Das Futurium wurde am 17.09.2017 mit einem „Tag der Zukunft“ eingeweiht, offiziell eröffnet werden und komplett zugänglich sein soll es im Frühjahr 2019.

Mehrschichtige Fassade aus Edelstahlreflektoren und Gussglas

An vielen Stellen offenbart das Futurium eine gestalterische Frische und Experimentierfreude der Architekten. Dies beginnt schon auf dem Platz davor. Die Fläche vor dem Gebäude wurde mit einem Punktraster überzogen, das den Reigen der geometrischen Grundelemente eröffnet. Rhomben und Dreiecke hingegen zeigt die mehrschichtige Fassade aus gefalteten Edelstahlreflektoren und bedrucktem Gussglas LISTRAL von Saint-Gobain Glass, die diffus das Licht reflektiert und subtil das Unbestimmte der Zukunft manifestiert. Die Architekten hatten dabei das Bild von Partikelströmen vor Augen, die durch Verdichtung zum Element werden. Die glatte und schimmernde, homogene Haut ähnelt einem Raumschiff neben der Spree. „Die vorgefertigten und entsprechend ihrer Anforderungen konfektionierten Kassetten von 0,5 m2 Größe kombinieren die lichtdurchlässige, strukturierte Glasscheibe mit einem gefalteten Reflektor auf der Rückseite. Die Variationen der Position des Reflektors und des Schirmmusters auf der Vorderseite des Glases führen zu subtilen Transformationen“, erläutert Dr. Jan Wurm, der auf Seiten Arups für die Fassadenplanung verantwortlich war.

Enge Zusammenarbeit aller Beteiligten

Die Anwendung des strukturierten Glases LISTRAL ohne mechanische Beschränkungen ist das Ergebnis einer engen Zusammenarbeit aller Beteiligten. Die endgültige Genehmigung dieser innovativen und kostengünstigen Lösung beruht auf umfangreichen Tests, die die Alterungseffekte unter klimatischen Einflüssen und mechanischen Belastungen simulieren. Der Entwicklung des Kassettensystems mit seiner Unterkonstruktion, dem Befestigungssystem und dem gemeinsamen Design war ein komplettes Entwicklungsverfahren vorausgegangen.

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