Ehemaliger Hauptsitz der Fluggesellschaft SAS im Stockholmer Stadtteil Frösundavik

Generalsanierte Ikone der Glasarchitektur

Das ehemalige Hauptquartier der Fluggesellschaft SAS in Stockholm galt mit seiner verglasten Magistrale als eine Ikone der Glasarchitektur der 1980er-Jahre. Inzwischen in die Jahre gekommen, muss der gesamte Komplex generalsaniert werden. Die Verglasung des Atriums wurde bereits komplett ausgetauscht. Saint-Gobain lieferte die neue Sonnenschutzverglasung und setzte mit seinen Partnerfirmen auf ein konsequentes Glasrecycling – ganz im Sinne der Kreislaufwirtschaft wurde das Abbruchglas der alten Fassaden zu neuem Glas verarbeitet.

Unmittelbar an einer Wasserfläche gelegenes Gebäudeensemble. Der rechte Teil besteht aus Glas
Das ehemalige Hauptquartier der schwedischen Fluggesellschaft SAS wurde von dem norwegischen Architekten Niels Torp entworfen.
© Fotograf: Lasse Olsson

In den 1980er-Jahren entwarf der norwegische Architekt Niels Torp den Hauptsitz der Fluggesellschaft SAS im Stockholmer Stadtteil Frösundavik für 2.000 Mitarbeiter. Das in einem Park in der Nähe des Schlosses Haga gelegene Gebäude sollte sich in die hügelige Landschaft einpassen. Mit der Ausgestaltung seines Glasdachs nimmt es die Topographie des Hügels auf, der sich ursprünglich dort befand. Eine weitere Inspiration für die Gestaltung war die Altstadt von Stockholm. Die Anordnung der Gebäude sollte eine vertraut wirkende Straßenatmosphäre schaffen. Die Proportionen des Baus hat Architekt Niels Torp ebenfalls daran angelehnt. Er plante einen Wintergarten, der als zentrale Magistrale mehrere Gebäudeflügel miteinander verbindet. Drei davon ordnete er im Norden an, zwei im Süden. Die hochmoderne „Straße” wirkt mit ihrem offenen Innenraum sehr einladend, stark beeinflusst durch den Wechsel des Tageslichts aufgrund der transparenten Verglasung. Optisch wird der langgestreckte Raum durch Brücken, Treppen, Aufzüge und Treffpunkte in Zonen unterteilt. Bei der Generalsanierung des 55.000 m² großen Komplexes wurden die öffentlichen Bereiche der Magistrale in Räumlichkeiten für Co-Working mit Lounges und Cafés umgewandelt.

Hochselektive Sonnenschutzverglasung

2020 wurde das gesamte Gebäude energetisch optimiert und die Klimabilanz verbessert. Die Immobilie mit dem aktuellen Namen „Gate:01 Frösundavik“ ist jetzt BREEAM-zertifiziert und erwartet von seinen Mietern Kooperation bei der nachhaltigen Nutzung der Immobilie im Sinne von Green Lease (grünen Mietverträgen). Um den thermischen und visuellen Komfort auf einen zeitgemäßen Stand zu bringen, wurde die Verglasung komplett ausgetauscht. Saint-Gobain Glass lieferte das neue Sonnenschutzglas für die 3.500 Quadratmeter Doppelverglasung. Die hochselektive COOL-LITE XTREME® 70/33-Beschichtung auf extraweißem DIAMANT-Glas schafft eine angenehm helle Atmosphäre und ein deutlich verbessertes Raumklima im Inneren des Gebäudes. DIAMANT ist ein besonders klares Glas mit extrem hoher Transparenz und sehr schwacher Eigenfarbe. Das ursprünglich für die Glaspyramide vor dem Louvre entwickelte Glas sorgt mit seinem geringen Eisengehalt für eine ausgeprägte Lichtdurchlässigkeit, auch die bei Glas übliche Grüntönung ist deutlich reduziert. In den frisch sanierten Innenräumen von Gate:01 Frösundavik mit ihrem bemerkenswerten Tageslichtfaktor trägt das zu einer einzigartigen Transparenz bei.

50 Tonnen recyceltes Glas genutzt

Das Projekt entwickelte sich zu einem der größten Glasrecyclingprojekte, die bisher von Saint Gobain durchgeführt wurden. Im Sinne der Kreislaufwirtschaft wurden die Verglasungen Stück für Stück vom schwedischen Fassadenbauer ScandiFront demontiert und an Ragn-Sells  ̶  ein renommiertes Unternehmen für Abfallwirtschaft, Umweltdienstleistungen und Recycling  ̶  geliefert. Dort mussten die Verglasungselemente sorgfältig auseinandergenommen und zerkleinert werden, um eine Verunreinigung der Glasmasse durch Stahl- und Aluminiumkrümel zu vermeiden. Schließlich wurde das sortenrein herausgelöste Glas von Saint-Gobain zu neuem Glas verarbeitet. Auf diese Weise wurden circa 50 Tonnen Glas recycelt. Je höher der Anteil von Recyclaten in einem Gebäude ist, desto kleiner fällt der CO2-Fußabdruck aus. So spart das Recycling einer Tonne Altglas etwa 300 Kilogramm CO2. Gleichzeitigt schont es die absehbar endlichen, natürlichen Ressourcen, die bei der Glasherstellung benötigt werden. Saint-Gobain arbeitet seit mehreren Jahren intensiv bei der Rückgewinnung und Wiederverwendung von altem Bauglas und Altglasscherben mit internationalen Partnerschaftsnetzwerken zusammen.

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