Preisgekröntes Atrium mit Sonnenschutzglas an der Universität Sheffield

Glasdach als neues Herzstück

Die weit über die Grenzen von Großbritannien hinaus bekannte Universität von Sheffield ist seit ihrer Gründung stetig gewachsen. Dabei hat sich ein Gebäude-Ensemble unterschiedlichster Stile entwickelt. Seit 2020 verbindet nun ein wellenförmiges Atriumdach zwei dieser historischen Gebäude. Die zugleich leichte und großzügige Stahl-Glas-Konstruktion hat ein völlig neues Raumgefüge geschaffen und überzeugt durch ihre architektonische Ausdrucksstärke und die innovativen, hochkomplexen technischen Lösungen. Hochselektive Sonnenschutzverglasungen der CLIMAplusSECURIT-Partner Eckelt und des Standortes Radeburg von vandaglas im Dach und der Fassade des Atriums schützen vor Überhitzung und sorgen für optimale Lichtverhältnisse.

Ein aus dreieckigen Glasscheiben bestehendes Glasdach auf schlanken
Das Glasdach mit Sonnenschutzverglasung ist das spektakuläre Highlight des neuen Heartspace-Atriums an der Universität Sheffield.
© John Kees Photography | Saint-Gobain

Die Universität von Sheffield besteht aus fünfzig akademischen Abteilungen, aufgeteilt auf fünf Fachfakultäten und eine internationale Fakultät, und zählt zu den weltweit angesehensten Universitäten. Eine Besonderheit des Universitätskomplexes ist, dass die einzelnen Gebäude keinen geschlossenen Campus bilden, wie er bei größeren Universitäten im englischsprachigen Raum sonst üblich ist, auch wenn der Großteil der insgesamt rund 430 Gebäude unmittelbar nebeneinander liegt. Die Architektur der einzelnen Gebäude entspricht jeweils dem Zeitgeist und dem baulichen Stil der entsprechenden Epoche und reicht vom viktorianischen Stil über die Moderne bis in die Gegenwart. Dieses unstrukturierte Wachstum hat unter anderem dazu beigetragen, dass kaum nutzbare und wenig attraktive Innenhöfe und Zwischenräume entstanden.

Atrium aus Stahl und Glas als verbindendes Element

Das neue, vom Architekturbüro Bond Bryan Ltd. entworfene bis zu viergeschossige Atrium aus Stahl und Glas löst diese Situation auf kongeniale Weise auf, indem es zwei bis dahin ohne Bezug zueinander stehende historische Gebäude unter einem wellenförmigen Glasdach verbindet. Das unter Denkmalschutz stehende Frederick Mappin Building und das Central Wing stehen im Herzen des Universitätskomplexes und beherbergen die Fakultät für Ingenieurwesen. Dazu passend lautet der Name der spektakulären Konstruktion Heartspace. Das neu errichtete Atrium beherbergt unter seinem gläsernen Dach mit einer Fläche von rund 1.400 Quadratmetern eine großzügige Eingangs- und Empfangszone, eine Cafeteria für das Universitätspersonal und die Studierenden sowie weitere Sozialräume, Hörsäle, neue Labore und Büros für die Fakultätsmitglieder in zwei einander gegenüberliegenden bis zu viergeschossigen Einbauten. Durch das Heartspace-Atrium werden der bis dahin ungenutzte Innenhof und die wenig ansprechende Gebäudeschlucht in einen vielfältig nutzbaren Raum verwandelt, der zugleich als Innen- und als Außenraum wahrgenommen wird und der Universität und Stadt um ein neues architektonisches Highlight bereichert.

Glasdach auf Baumsäulen

Die spektakuläre Konstruktion des Atriums stellte eine enorme Herausforderung für die Architekten und die Statiker dar. So musste die gesamte Dachkonstruktion statisch unabhängig von den angrenzenden Gebäuden selbsttragend ausgeführt werden, um eine klare Trennung zwischen historischem Bestand und baulicher Erweiterung zu schaffen, vor allem aber um eine Überlastung der angrenzenden Gebäude zu verhindern. Die Lösung fand sich in schlanken, stählernen „Baumsäulen“, die als charakteristische Designelemente in das Atrium integriert wurden. Weitere Herausforderungen für die Planer und vor allem für die ausführenden Unternehmen bestanden darin, in unmittelbarer Nähe des dicht bebauten Stadtzentrums auf einem unter Denkmalschutz stehenden Grundstück im Innenhof zwischen zwei historisch wertvollen Gebäuden und in luftiger Höhe eine doppelt gekrümmte Dachkonstruktion zu errichten. So flossen in die Planung der einzelnen Dachsegmente nicht nur gestalterische, sondern auch logistische und transport- sowie krantechnische Überlegungen mit ein. Eingehende Studien zur optimalen Größe der Glasscheiben beeinflussten die Stückzahl, den Abstand sowie die Dicke der einzelnen Glaselemente.

Über 900 dreieckige Glaspaneele bilden das neue Dach, das Ästhetik und Funktionalität vereint. Zum Einsatz kam das als Zweifach-Isolierglas ausgeführte Sonnenschutzglas CLIMAPLUS COOL-LITE XTREME, das dank seiner hervorragenden Isolierung eine Überhitzung der Innenräume vermeidet, dabei aber gleichzeitig viel Licht hindurchlässt und so eine lichtdurchflutete Atmosphäre schafft. Zusätzlichen Sonnenschutz und Blendfreiheit im Innenraum bieten die in Siebdrucktechnik auf das Glas aufgebrachten kleinen weißen Punkte. An der rund 600 Quadratmeter umfassenden Fassade wurde das hochselektive Sonnenschutzglas COOL-LITE XTREME 60/28 II verwendet – allerdings ohne Siebbedruckung, um die klare Sicht auf die dahinterliegenden Bestandsfassaden nicht zu beeinträchtigen. Sowohl die Architektur als auch die hochkomplexen technischen Lösungen bei der baulichen Umsetzung des Heartspace überzeugten die Jury des Österreichischen Stahlbaupreises 2021. Sie kürte Heartspace zum Sieger in der Kategorie „Hochbau“ als ausgezeichnetes Beispiel für Bauen im historischen Bestand mit Stahl und Glas.

Einen ausführlichen Beitrag zu dem Objekt finden Sie im Magazin Weiss (link) von Saint-Gobain Austria.

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