Sonnen- und Wärmeschutzgläser im Neubau der Stadthalle Erbendorf

Optimal angepasste Verschattungssysteme für Stadthallen-Fassade

In die Fassade der neuen Stadthalle Erbendorf wurden drei verschiedene Verschattungssysteme im Zusammenspiel mit modernen Dreifach-Isoliergläsern integriert. Der repräsentative Neubau bietet dank optimaler Standortanpassung der Systeme dennoch eine homogene optische Ausstrahlung.

Fassade der Stadthalle Erbendorf mit Jalousienisolierglas Isolette

© 2017 Faltenbacher Jalousienbau / Roland Wellenhöfer

29Weil die Stadthalle im oberpfälzischen Erbendorf vor einigen Jahren bis auf die Grundmauern niederbrannte, musste eine neue her. Die Wahl fiel auf einen repräsentativen Neubau, der durch eine lebhafte Optik als zentraler Ort für Dialog, Schauspiel und Zusammenkunft zu erkennen sein sollte. Dank einer heterogenen Fassade, in die drei unterschiedliche Verschattungssysteme im Zusammenspiel mit modernen Dreifach-Isoliergläsern integriert wurden, ist dies gelungen. Während der Planung der Fassade einer Halle entscheiden sich Bauherren überwiegend für eine optisch homogene Lösung. Bei der Fassadengestaltung der Stadthalle in Erbendorf spielte allerdings aufgrund des Standortes auf einer leichten Anhöhe die Signalwirkung eine wesentliche Rolle. So wurden drei unterschiedliche Sonnenschutz- und Verschattungssysteme verbaut, mit dem jeweils größtmöglichen Nutzen an der installierten Stelle: Während die Nordfassade nur der Logistik des Gebäudes dient und daher in schlichter und massiver Bauweise errichtet wurde, besteht die offen gestaltete Südseite durchgehend aus Dreifach-Isolierglas CLIMATOP und Raffstoreanlagen. Ost- und Westseite hingegen sind mit Jalousiensystemen hinter und im Isolierglas bestückt. Dabei wechseln sich Innenraumjalousien und Jalousienisolierglas funktional und gestalterisch ab.

Jalousien-Isolierglas in Fluchttüren

Bei den Fluchttüren war der Einsatz integrierter Jalousien im Scheibenzwischenraum, die ISOLETTE, sogar eine Pflichtvorgabe des Bauamtes, da sich weder vor noch hinter den Türen etwaige Sonnenschutz-Installationen befinden durften, weil diese im Ernstfall ein Hindernis oder gar eine Brandlast hätten darstellen können. Auf Raffstoreanlagen wurde hier zudem verzichtet, da man einerseits den gläsernen Charakter der Fassaden betonen wollte, andererseits der extrovertierte Charakter der repräsentativen Westfassade konstruktiv bereits durch den klar gegliederten Säulengang und das schattenspendende Vordach dominiert wird. Trotz unterschiedlicher Jalousiensysteme verliert das Gebäude durch die durchgehend horizontal und gleichmäßig ausgerichteten Lamellen somit niemals seine Linie.

Raffstore oder Jalousien-Isolierglas?

Lässt man innenliegende Jalousien aufgrund ihrer eher schlechten Energiebilanz und der in diesem Fall reinen Sichtschutzfunktion außer Acht, stellen sich einem Vergleich nur noch die Systeme Raffstore im Zusammenspiel mit Dreifach-Isolierglas und das Multifunktionsisolierglas ISOELTTE. Generell haben außenliegende Raffstores die besten Reflexions- und g-Werte und sie vermitteln durch die Größe der Lamellen und der etwas größeren Überlappung im geschlossenen Zustand auch den etwas dunkleren Raumeindruck.. Durch die zusätzliche Konstruktionsebene vor der Scheibe ist der Reinigungs- und Wartungsaufwand jedoch größer. Negative klimatische Einflüsse und die latente Gefahr von Vandalismusschäden kommen noch hinzu. Diese Punkte fallen bei integrierten Systemen mit einer Jalousie im Scheibenzwischenraum weg – vorausgesetzt, man geht den „Kompromiss“ mit minimal schlechteren g-Werten und einem etwas helleren Raumeindruck ein. Durch den Wegfall der außenliegenden Verschaffung fällt auch eine Konstruktionsebene der Fassade bei der Planung weg. Zusätzlicher Aufwand entsteht nur durch die Transformation auf ein Niedervoltsystem. Dies erfordert Zubehörteile wie Steuereinheiten und Trafos und eine vorab gut durchdachte Leitungsführung. Im Falle der ISOLETTE montiert der Experte nicht nur die Verglasung, sondern führt auch die Anschlussarbeiten aus.

Verbund-Sicherheitsgläser mit Schallschutz

In der Erbendorfer Stadthalle wurden durch den Einsatz von STADIP PROTECT-Verbund-Sicherheitsgläsen mit Silence-Schalldämmfolie auch die Anforderungen an den Schallschutz erfüllt. Aus Gründen der Sicherheit wurde bei allen Fluchttüren aber nur Jalousienisolierglas verbaut, um zusätzliche Angriffsflächen zu vermeiden. Die Verwendung des neutralen Wärmeschutzglases PLANITHERM ONE als Dreifach-Isolierglas sorgt nicht nur für ausreichende Transparenz des Gebäudes, sondern lässt zudem zu, dass die Glasaufbauten in allen Fällen so abgestimmt werden konnten, dass sie im Zusammenspiel mit den jeweiligen Verschattungssystemen vergleichbare Werte erreichen. Bei aller Heterogenität ist dies die homogene Konstante in der Fassade.

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