FLOW EUROPA-CENTER in Frankfurt Gateway Gardens

Panta rhei: Arbeiten und Leben „im Fluss“

Nördlich des Frankfurter Flughafens hat das Architekturbüro KSP ENGEL den nachhaltigen Businesskomplex FLOW EUROPA-CENTER Frankfurt Gateway Gardens mit 31.500 m2 Office- und 800 m2 Gastronomie- und Einzelhandelsfläche realisiert. Dank des durchdachten Nachhaltigkeitskonzepts erhielt er bereits ein DGNB-Vorzertifikat in Gold. Neben ökologischen Aspekten bewertet dieses Zertifizierungssystem auch Fragen der Nutzerfreundlichkeit.

FLOW EUROPA-CENTER in Frankfurt Gateway Gardens
FLOW EUROPA-CENTER in Frankfurt Gateway Gardens
© EUROPA CENTER; Conné van d’Grachten

Wo sich einst eine US-amerikanische Militärsiedlung befand, entsteht seit 2006 ein Businesskomplex: Im Stadtbezirk Gateway Gardens gibt es alles, was man für das tägliche Leben braucht, vom Nahversorgungszentrum über die Kita bis zu Hotels, Büros und Gastronomie. Dank seiner besonderen Lage unweit des Frankfurter Flughafens und des Stadtwaldes ist es einerseits Wohlfühlort im Grünen, andererseits hervorragend angebunden  ̶  lokal mit direkten Bus- und Bahnverbindungen, global über das Schienennetz und den Flughafen.

Der Name ist beim FLOW EUROPA-CENTER Frankfurt Gateway Gardens Programm: Alles scheint im Fluss zu sein. Nähert man sich dem Komplex, fallen zunächst dessen geschwungene Gebäudeformen auf. Zwischen den verschieden hohen Gebäudeteilen entsteht ein Innenhof mit offenen, aber auch geschützten Bereichen. Viel Grün und ein attraktives Wegenetz sorgen hier für eine hohe Aufenthalts- und Regenerationsqualität.

Viel Grün, Regenwassernutzung, E-Auto-Ladestationen

Das umfassende Nachhaltigkeitskonzept schließt eine Reihe unterschiedlicher Faktoren mit ein. So unterstreicht etwa die Bepflanzung die Verknüpfung der Gebäude mit der Natur und macht sie im jahreszeitlichen Wechsel erlebbar. Sei es in Form von begrünten Dächern, dem Innenhof oder dem direkten Zugang zu einem gegenüberliegenden historischen Park mit altem Baumbestand. Ein anderes Beispiel stellt das Regenwasser dar, das für WC-Spülung und Bewässerung der Außenanlagen eingesetzt wird. Bei den Baumaterialien wurde auf Umweltfreundlichkeit, ein hohes Nachnutzungspotenzial und Kreislauffähigkeit geachtet. Dabei spielte sowohl die Element- als auch die Materialebene eine Rolle. Entscheidend für die Auswahl war, ob Bauteile einfach demontierbar sind und ob die verbauten Materialien gesund, trennbar und recyclingfähig sind. Die Qualität und die Erfüllung der Nachhaltigkeits-Anforderungen der Materialien wurden vor Einbau durch den DGNB-Auditor geprüft und nur bei positivem Ergebnis frei gegeben.

Darüber hinaus können E-Autos an Elektroladestationen geladen werden. Fahrradstellplätze stehen inklusive Duschmöglichkeiten und Spinden zur Verfügung, um die Fahrradmobilität zu fördern. Selbstverständlich integriert wurden ein barrierefreier Zugang und weitere Ausstattungen für Menschen mit Behinderung.

Gestalterisch schaffen in den oberen Geschossen dunkle Fensterbänder einen satten Kontrast zu weiß schillernden, dreidimensional geformten Fassadenblechen. Im Erdgeschoss öffnet eine geschosshohe Verglasung als Pfosten-Riegel-Konstruktion den Blick in das Gebäude und nach draußen.

Prallscheibenkonstruktion mit Sonnenschutzbeschichtung

Aufgrund der Lage in der Nähe des Flughafens war ein besonderer Aufbau der Glasfassaden notwendig. In den Regelgeschossen liegt eine so genannte Prallscheibenkonstruktion mit Sonnenschutzbeschichtung vor der eigentlichen Fassade. Die Prallscheiben gewährleisten einen sehr guten Schallschutz. Ausgeführt als Verbundsicherheitsglas, wirken sie gleichzeitig absturzsichernd. Während die Fenster der Warmfassade an den Gebäudeecken polygonal angeordnet sind, verstärkt gerundetes Glas bei den Prallscheiben die dynamische Wirkung der Fassade. Die dunkle Tönung unterstreicht den markanten Bandeffekt zusätzlich. Dank des hohen Fensterflächenanteils genießen die Nutzer der Gebäude eine optimale, natürliche Belichtung bis in die Tiefe der Räume. Auch die Ausblicke aus den Büros und die Möglichkeit, die Fenster zu öffnen, tragen dazu bei, dass man sich im Gebäudeinneren wohlfühlt. Ein ausgezeichneter Sonnen-, Wärme- und Kälteschutz gewährleistet einen energieeffizienten Betrieb des Gebäudeensembles. Insgesamt 4.146 Scheiben für 8.217 m2 Glasfläche fertigte und lieferte der CLIMAplusSECURIT-Partner VANDAGLAS GmbH aus Radeburg. Verbaut wurden CLIMATOP COOL-LITE SKN 176 und CLIMATOP XN Sonnenschutz-Isoliergläser. Damit spielen die eingesetzten Gläser eine entscheidende Rolle im Nachhaltigkeitskonzept.