Golddekore nach individuellem Motiv gestalten

Golddruck auf Glas von Lohnitz glas + spiegel

Glas mit Golddekor

© Lohnitz / CLIMAplusSECURIT-Partner

Gold ist ein faszinierendes Material, das vielfache Assoziationen weckt, Sinnbild von Reichtum und Luxus ist und quasi Synonym für Glanz. Die Verbindung von Gold und Glas stärkt die Ausstrahlung beider Materialien. Eine kongeniales Ergebnis dieser Verbindung ist das jetzt von Lohnitz glas + spiegel entwickelte Verfahren, um echtes Gold aufs Glas zu bringen. Die Idee: Ein Goldeffekt sollte auch im Flachglasbereich nicht nur mit goldähnlichen Farben erzielt werden können, sondern hochwertige Gestaltungselemente auch im Dekorbereich druckbar werden. Das Ergebnis ist ein flächiger Siebdruck auf Flachglas mit Glanzgoldpasten, deren Edelmetallgehalte bis zu 12 % betragen. Diese werden beim Vorspannen eingebrannt und es entsteht ein flächiger, durchscheinender Goldfilm. Mit diesem Verfahren lassen sich Golddekore nach individuellem Motiv gestalten – kombiniert beispielsweise mit Sandstrahlung, Rillenschliff und/oder Digitaldruck. Eine eindrucksvolle Wirkung erzielt der Goldfilm als flächiger Druck im Crashglas, weil der Charakter des Edelmetalls so hervorragend zur Geltung kommt. Eine weitere raffinierte Variante entsteht, wenn das nach dem Crashen entspannte Glas zu Verbundglas weiterverarbeitet wird: Dann ergibt sich durch die entstehende Lichtbrechung in der Glasoberfläche eine besondere Optik.

Einsatzbereiche

Das mit Gold bedruckte Glas ist ideal geeignet für die Inneneinrichtung sowohl im Privatbereich als auch in Büros, Geschäften und Hotels. Goldene Crashglasscheiben fügen sich in klassische genauso wie in moderne Einrichtungsstile z. B.  als Trennwände, Ablagen oder Tischplatten. Als Verbund-Sicherheitsglas mit dem Gold unter einer schützenden Oberfläche ist es auch hervorragend als begehbares Glas geeignet.

Erste Idee während der Ausbildung

Der Entwicklung des Verfahrens, Golddekore auf Glas nach individuellem Motiv zu gestalten, gingen einige Jahre des Experimentierens und Erforschens voraus. Begonnen hatte alles bereits während Mario Lohnitz‘ Ausbildung zum Glasveredler an der Glasfachschule Zwiesel, wo ihn das Gravieren von Gläsern mit Goldrand zum Arbeiten mit Glas und Gold inspirierte. Schon während seiner Meisterausbildung experimentierte er mit dem edlen Material, und nachdem er im Januar 2011 die Geschäftsführung der Firma von seinem Vater Wolf-Dierk Lohnitz übernahm, intensivierte er seine Forschungen erneut.

Optimale Ergebnisse im Jahr 2016

Neue Gestaltungsmöglichkeiten für Glas eröffneten sich, nachdem das Unternehmen eine Siebdruckmaschine angeschafft hatte. Die ersten Versuche, Goldfarbe aufs Glas zu bringen, überzeugten allerdings noch nicht. Also begann Mario Lohnitz mit Unterstützung von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, mit echtem Gold zu experimentieren. Beteiligt war auch Annett Fiedler, die im hauseigenen Design-Werbe-Center neue Ideen für die Gestaltung von Glas entwickelt. Ab Anfang 2016 erforschte das Team dann intensiv die Möglichkeiten der Verarbeitung. Erste Versuche verliefen zunächst enttäuschend, weil die Goldglaspaste sich beim Härten grau verfärbte. Durch Abstimmung und Optimierung des Wärmeprozesses gelang es schließlich, den gewünschten glänzenden Goldeffekt zu erzielen, der nur mit dem Edelmetall selbst möglich ist. Der Erfolg bei diesem Prozess beflügelte alle Beteiligten und inspirierte sie zu weiteren Versuchen. Aus der Erfahrung, dass im Bereich Schiffsbau die Wirkung von Crashglas sehr geschätzt wird, entstand die Idee, die Optik zerbrochenen Glases mit Gold zu kombinieren und so diesen hochwertigen Einsatzbereich zu erschließen.

Vom Vorspann- zum Verwandlungsprozess

Eine weitere Variante, die das „Lohnitz-Goldteam“ entwickelte, ist das Bedrucken von Ornamentglas. Dafür werden die Erhebungen von strukturiertem Gussglas mit Hilfe spezieller Siebe siebbedruckt und anschließend durch Vorspannen zu Einscheibensicherheitsglas wie SERALIT verarbeitet. Der geheimnisvolle Charakter des Goldes, der bereits in früher Vorzeit Alchemisten zu Versuchen der Goldherstellung animierte, zeigt sich auch bei der Herstellung des Goldglases. Der Vorspann- erweist sich als Verwandlungsprozess, denn erst nachdem die Goldpaste auf dem Glas erhitzt und kontrolliert wieder abgekühlt wurde, erstrahlt das Gold in ganzer Pracht. Dazu passt, das sich Lohnitz, auf die spezielle Rezeptur für die Goldpaste angesprochen, zurückhaltend gibt: Die Zusammensetzung bleibt Betriebsgeheimnis. Das Goldglas sei auf großes Interesse gestoßen und man habe bereits einige Aufträge ausgeführt, so Wolf-Dierk Lohnitz. Wo, will der Seniorchef aber nicht verraten: „Unsere Kunden schätzen die Exklusivität, bei der Wahl der Materialien ebenso wie bei der Privatsphäre.“.

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