LITE-FLOOR eröffnet neue Perspektiven der Innenraumgestaltung

Vertikale Raumerfahrungen mit begehbarem Glas

In der modernen Architektur spielt Glas eine wesentliche und oft auch tragende Rolle. Glas erfüllt dabei nicht nur ästhetische, sondern auch funktionale Ansprüche. Das begehbare Glas LITE-FLOOR ermöglicht Durchblick nach oben oder unten, erschließt neue Blickwinkel und sorgt für mehr Helligkeit und Durchlässigkeit. Der Aufbau als Verbund-Sicherheitsglas bietet dabei effektiven Schutz und eröffnet zudem weitere Gestaltungsmöglichkeiten.

Auf einem blauen Glasfußboden sind Füße und kniehoch Beine von zwei Personen zu sehen. Im Hintergrund begrenzen weiße Säulen und Glastüren die Fläche.
Glasfußboden im Salesforce Transit Center in San Francisco
© James Z. Wu

Glasflächen, die planmäßig von der Allgemeinheit begangen werden können, bezeichnet man als begehbare Verglasung. Das begehbare Glas LITE-FLOOR kann sowohl im Innen- als auch im Außenbereich als Glasbrücke oder -steg, Empore, Treppe, Boden oder Dach eingesetzt werden. Gerade im Innenbereich kann es für funktionale Lösungen mit hohem gestalterischem Wert eingesetzt werden. So kann es beispielsweise getrennte Bereiche miteinander verbinden, ohne die großzügige Raumwirkung zu beeinträchtigen, und gleichzeitig als eigenständiges Designelement dienen. Glasböden können mehr Licht in darunterliegende Räume wie z. B. Souterrains leiten und für diese zugleich als Oberlicht dienen. Als Durchbrüche oder „Glasaugen“ setzen kleinere Glasflächen reizvolle Akzente und erlauben temporäre Einblicke.

Tragender Verbund

LITE-FLOOR ist ein Verbund-Sicherheitsglas (VSG), das aus mindestens drei Einzelscheiben besteht, die mit einer hochreißfesten Polyvinyl-Butyral-Folie (PVB-Folie) miteinander verbunden sind. Je nach Anforderung kann die Dicke und/oder Anzahl der einzelnen Scheiben variiert werden, so dass das Glas genau auf die jeweilige Einbausituation abgestimmt werden kann. Die Einzelscheiben werden je nach Anwendung und Auflagersituation in Floatglas, vorgespanntem Glas, teilvorgespanntem Glas oder einer Kombination dieser Gläser ausgeführt. Gemäß den Anforderungen für begehbare Verglasungen weist LITE-FLOOR eine ausreichende Rutschhemmung auf. Dafür wird die obere Glasscheibe, die in der Regel aus teilvorgespanntem Glas besteht, an der Oberseite mit der rutschhemmenden, keramischen Beschichtung SERALIT versehen. Die obere Glasscheibe dient als sogenannte „Verschleißschicht“, die die statisch tragenden Scheiben vor stoßartigen Belastungen und Beschädigungen schützt. Die unteren Scheiben übernehmen die statischen Belastungen während des Gebrauchs. Sie bestehen bei linienförmiger Scheibenlagerung aus Floatglas und bei punktförmiger Lagerung aus teilvorgespanntem Glas. Aufgrund der im Vergleich zu VSG aus Einscheiben-Sicherheitsglas besseren Resttragfähigkeit wird ausschließlich VSG aus Floatglas und aus teilvorgespanntem Glas verwendet. Falls sich unter der Glasfläche Personen aufhalten können, wird die Verglasung als Überkopfverglasung eingestuft und muss entsprechend dimensioniert werden. Für LITE-FLOOR liegt eine allgemeine Bauaufsichtliche Zulassung vor – übrigens die erste, die in Deutschland für begehbares Glas erteilt wurde. Damit entfällt ein oft kosten- und zeitintensives Beantragen einer Zustimmung im Einzelfall. Die allgemeine Bauaufsichtliche Zulassung, umfangreiche Versuche und statische Untersuchungen bieten bei der Verwendung dieses Produktes ein Maximum an Planungssicherheit.

Gestalten mit Farben und Licht

Nicht immer ist bei Glasböden der volle Durchblick gefragt, sei es um Bereiche optisch zu trennen oder aus gestalterischen Erwägungen. Glas, das farbig, matt oder bedruckt ist, bietet zugleich Transparenz und Helligkeit, aber auch Sichtschutz. Durch die Verwendung verschiedener Emailfarben für die rutschhemmende Beschichtung oder durch farbige Folien ergeben sich vielfältige Gestaltungsmöglichkeiten. Die Schicht beispielsweise kann vollflächig oder als teilflächiges Dekor aufgebracht werden. Je größer die bedruckte Fläche ist, desto stärker ist auch die Rutschhemmung. Beim Einsatz von STADIP COLOR können die farbigen PVB-Folien, die den Zusammenhalt der Glasscheiben sichern, zugleich eine gestalterische Funktion übernehmen. Eine andere Variante ist die Verwendung durchgefärbter Gläser PARSOL. Basisglas für LITE-FLOOR können außerdem die Designgläser SATINOVO MATE, CHARME, DECORGLASS und MASTERGLASS sein.

Weitere Gestaltungsmöglichkeiten bieten gläserne Bodenfliesen, die auf einen bestehenden Boden aufgebracht werden. Ihr Glanz und ihre Leuchtkraft verleihen Räumen Tiefe. Außergewöhnliche Effekte erzielt man mit dem Einsatz hinterleuchteter Gläser. Die Leuchtwirkung entsteht durch das Anbringen von LED-Lichtleisten am Glas. So kann man z. B. Treppen oder Glasböden zu spektakulären Lichtobjekten machen. Bei Beleuchtungen unterhalb der Glasfläche ist darauf zu achten, dass das Glas durch Energieeinstrahlung und Wärmeentwicklung thermisch nicht überlastet wird. Um das Glas vor Überhitzung zu schützen, sollten deshalb Beleuchtungskörper bzw. Lampen mit geringer Wärmeentwicklung eingesetzt oder für eine ausreichende Belüftung gesorgt werden. Bei geringen Luftzwischenräumen ist eine Zwangsbelüftung erforderlich. Eine andere Alternative ist die Verwendung von Gläsern mit einer höheren Temperaturbeständigkeit wie thermisch teilvorgespanntem PLANIDUR.

Ob als tragendes Element, als Fußbodenbelag oder als Treppe: Das begehbare Glas LITE-FLOOR sorgt dafür, dass die nötige Sicherheit gewährleistet ist. Es ermöglicht ein Spiel mit den verschiedenen Ebenen innerhalb eines Gebäudes, indem es Grenzen zwischen unten und oben aufzulösen vermag. Und es bietet auf jeden Fall eine außergewöhnliche Erfahrung: Laufen über Glas mit integrierter Absturzsicherung.

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