Satiniertes Glas und strukturiertes Gussglas

Workshop Designglas: Struktur, Farbe, Reflexion

Eine Hand greift eine von mehreren Design- und Gussglasscheiben mit unterschiedlichen Dekoren.

Wenna Glas

Satiniertes Glas auf der einen Seite, strukturiertes Gussglas auf der anderen. Das eine streut sanft das Licht, wirkt wie ein Weichzeichner, das andere bricht das Licht durch seine markante Struktur und hat eine eher raue Ausstrahlung. Zu einem Glas vereint, entfaltet dieses eine neue, überraschende Qualität. Und ist nur eine Möglichkeit von vielen, mit den unterschiedlichen Qualitäten von Glas zu experimentieren.

Lange führte Gussglas ein Schattendasein – jedenfalls in der Fassade. Ornament war Verbrechen (Adolf Loos). Das hat sich jedoch in den letzten Jahren gravierend verändert. Eine Vielzahl von Architekten nutzt mittlerweile das Spiel zwischen Transluzenz und Transparenz, Struktur und Ebenheit, um ihren Projekten Individualität und Design zu verleihen und der Architektur ein unverwechselbares Gesicht zu geben. Immer häufiger kommt dabei auch Designglas zum Einsatz. So entstehen Fassaden, die Tageslicht individuell gefiltert ins Gebäudeinnere leiten oder die dem Gebäude ein unverwechselbares Gesicht verleihen.

Kreativer Umgang mit Designglas

Mit der Designglaspalette DECORGLASS lässt sich Licht perfekt als architektonisches Element nutzen – je nach Struktur des Glases für spezielle Effekte. „Es ist für Architekten … interessant und wichtig, die Produktion zu besuchen und sich die Herstellung [von Glas] anzuschauen“, sagt Joris van der Hoogen von Wiel Arets Architekten. „Auch zu sehen, wie man sich das Glas zu eigen machen, es personalisieren kann. Die Herstellung, wie auch bei Beton oder Stahl, hat ihre eigene Logik, besonders beim strukturierten Glas ist die Vorgehensweise bzw. sind die Regeln sehr strikt. Aber innerhalb dieser Regeln kann man spielen, etwas entwickeln. Und indem man den Architekten die Möglichkeit gibt, den Prozess zu verstehen, können sie etwas ganz neues entwickeln.“ Genau dieses Ziel hatte auch der exklusive Architekten-Workshop „Struktur – Farbe – Reflexion“ Ende September 2016, bei dem Architekten anhand unterschiedlichster Designglas-Muster selbst neue Designs entwickelten. „Es war beeindruckend zu sehen, wie kreativ die Teilnehmer mit den Designs umgehen – auch mit vermeintlich „langweiligen“, erzählt Andreas Bittis, Organisator dieses Workshops von Saint-Gobain Building Glass Europe. „So erinnert das gegen ein Satinovo-Muster laminierte Abstracto an japanisches Reispapier.“ Die Muster wurden nach Vorgaben der Architekten vor Ort bedruckt, laminiert oder gebogen. Die faszinierenden Ergebnisse des Workshops, der bei Wenna Glas in Oberneukirchen und Eckelt Glas in Steyr – beide Österreich – stattfand, wurden auf der BAU 2017 und dem Fachtag Linz 2017 ausgestellt.

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